WAS, WENN ES GUT WIRD?

Warum wir gelernt haben, mit Problemen zu leben – aber nicht unbedingt mit einem erfüllten Leben.

Wir reden erstaunlich viel darüber, was wir tun sollen, wenn es uns schlecht geht.

Wir analysieren Ängste.
Wir suchen Glaubenssätze.
Wir lösen Blockaden.
Wir arbeiten an unserem inneren Kind.
Wir regulieren unser Nervensystem.
Wir versuchen herauszufinden, warum wir uns selbst sabotieren.

Für nahezu jeden unangenehmen Zustand gibt es inzwischen eine Erklärung, eine Methode und vermutlich auch einen Onlinekurs.

Aber über eine andere Situation sprechen wir erstaunlich selten:

Was passiert eigentlich, wenn es gut wird?

Wenn plötzlich mehr Geld da ist.

Wenn das Business funktioniert.

Wenn eine Beziehung nicht kompliziert ist.

Wenn niemand geht.

Wenn der Körper nicht permanent Alarm schlägt.

Wenn wir morgens aufwachen und für einen Moment tatsächlich nichts fehlt.

Wenn das Leben, nach dem wir so lange gesucht haben, nicht mehr nur eine schöne Vorstellung ist.

Sondern beginnt, Realität zu werden.

Vielleicht klingt das nach einem ziemlich angenehmen Problem.

Ist es auch.

Und trotzdem kann genau dieser Zustand überraschend schwer auszuhalten sein.


Warum macht ein erfülltes Leben manchmal Angst?

Wir kennen Angst vor Verlust.

Angst vor Ablehnung.

Angst vor Scheitern.

Angst vor finanzieller Unsicherheit.

Aber es gibt noch eine andere Form von Angst, über die wesentlich weniger gesprochen wird:

Die Irritation darüber, dass plötzlich nichts Schlimmes passiert.

Wer lange mit Unsicherheit, Druck, Konflikten oder Sorgen gelebt hat, kennt diese Zustände.

Nicht unbedingt freiwillig.

Aber sie sind vertraut.

Man weiß, wie man sich darin bewegt.

Man weiß, wie man Probleme löst.

Man weiß, wie man kämpft.

Man weiß, wie man sich vorbereitet.

Man weiß sogar, wie man nachts um 3:17 Uhr ein Problem löst, das um 3:16 Uhr noch gar nicht existiert hat.

Wir sind erstaunlich erfinderisch.

Aber was macht man mit Sicherheit?

Mit Ruhe?

Mit einem Menschen, der einen liebt und nicht ständig infrage stellt?

Mit Geld, das nicht sofort wieder gebraucht wird?

Mit einem Business, bei dem man nicht jeden Morgen überlegen muss, ob die ganze Idee vielleicht doch kompletter Blödsinn war?

Mit einem Leben, das einfach funktioniert?

Darauf sind viele von uns erstaunlich schlecht vorbereitet.

Nicht weil mit uns etwas nicht stimmt.

Sondern möglicherweise einfach deshalb, weil wir diesen Zustand weniger gut kennen.


Vielleicht sabotierst du dein Glück gar nicht.

Das Wort Selbstsabotage gehört inzwischen zum Standardvokabular der Persönlichkeitsentwicklung.

Wir wünschen uns etwas – und sobald es näherkommt, tun wir Dinge, die scheinbar genau das Gegenteil bewirken.

Also lautet die Erklärung:

Du sabotierst dich.

Vielleicht hast du Angst vor Erfolg.

Vielleicht kannst du Fülle nicht halten.

Vielleicht gibt es einen unbewussten Glaubenssatz.

Vielleicht fühlt sich dein Nervensystem in Sicherheit nicht sicher.

Und schon beginnt die nächste Untersuchung unserer selbst.

Ich möchte eine andere Möglichkeit in den Raum stellen:

Vielleicht muss nicht jedes Zögern vor einem neuen Leben sofort pathologisiert werden.

Vielleicht ist das Neue zunächst einfach: neu.

Wenn ich zwanzig Jahre lang in einem bestimmten inneren Zustand gelebt habe, wird ein vollkommen anderer Zustand nicht automatisch normal, nur weil ich ihn mir gewünscht habe.

Ich kann mir Ruhe wünschen und mich trotzdem wundern, wenn es plötzlich still wird.

Ich kann mir Geld wünschen und nervös werden, sobald eine größere Summe auf meinem Konto liegt.

Ich kann mir Liebe wünschen und irritiert sein, wenn jemand tatsächlich bleibt.

Ich kann mir Erfolg wünschen und anfangen, überall nach dem Haken zu suchen, sobald etwas funktioniert.

Das muss nicht bedeuten, dass tief in mir etwas kaputt ist.

Vielleicht habe ich schlicht noch wenig Erfahrung mit dem Leben, das ich mir wünsche.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.


Wir haben gelernt, Probleme zu lösen. Aber haben wir gelernt, Erfüllung zuzulassen?

Ich kenne die andere Richtung sehr gut.

Ich habe viele Jahre meines Lebens versucht, Dinge zu verändern.

Mehr zu verdienen.

Freier zu werden.

Mich besser zu fühlen.

Mich zu verstehen.

Mich weiterzuentwickeln.

Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges:

Die Suche selbst wird vertraut.

Man kennt das nächste Ziel.

Das nächste Problem.

Den nächsten Schritt.

Das nächste „Wenn ich erst …“

Und das bedeutet auch:

Solange ich suche, muss ich noch nicht ankommen.

Denn Ankommen stellt eine vollkommen andere Frage.

Nicht:

Was muss ich noch verändern?

Sondern:

Was, wenn ich nichts mehr bekämpfen muss?

Was, wenn ich Geld haben darf, ohne sofort Angst zu bekommen, es wieder zu verlieren?

Was, wenn Liebe nicht verdient werden muss?

Was, wenn ich mich freuen darf, obwohl andere Menschen mein Leben nicht gut finden?

Was, wenn Erfolg nicht zwangsläufig mit Überforderung bezahlt werden muss?

Was, wenn ich morgens einfach zufrieden sein darf?

Und vielleicht die ungewohnteste Frage von allen:

Was, wenn ich aufhöre, nach dem nächsten Problem zu suchen?


Das erfüllte Leben ist kein Preis.

Vielleicht liegt hier ein Denkfehler, den wir kaum bemerken.

Wir behandeln das Leben, das wir uns wünschen, häufig wie einen Preis.

Erst muss ich genug gelernt haben.

Genug verstanden haben.

Genug geheilt haben.

Genug reguliert sein.

Genug an mir gearbeitet haben.

Und irgendwann bekomme ich als Belohnung:

Liebe.

Geld.

Freiheit.

Erfolg.

Leichtigkeit.

Das schöne Leben.

Aber was, wenn diese Reihenfolge gar nicht stimmt?

Was, wenn ich nicht erst die perfekte Version meiner selbst werden muss, damit ich ein erfülltes Leben führen darf?

Vielleicht darf ich anfangen, dieses Leben zu führen, während ich noch ich bin.

Mit meiner Geschichte.

Mit meinen Eigenheiten.

Mit Tagen, an denen ich mutig bin.

Und Tagen, an denen ich keine Ahnung habe.

Mit Entscheidungen, die sich großartig herausstellen.

Und welchen, bei denen ich später denke:

Nun ja. Auch interessant.

Ein erfülltes Leben verlangt keine perfekte Frau.


Warum die Vergangenheit nicht deine Zukunft entwerfen kann

Natürlich beeinflussen Erfahrungen uns.

Aber daraus folgt nicht automatisch, dass wir unsere Vergangenheit vollständig bearbeiten müssen, bevor wir eine andere Zukunft leben können.

Denn selbst wenn ich irgendwann jede Ursache verstanden hätte, bliebe eine entscheidende Frage unbeantwortet:

Wie möchte ich eigentlich leben?

Eine gelöste Blockade beantwortet diese Frage nicht.

Ein verstandener Glaubenssatz beantwortet sie nicht.

Auch die perfekte Erklärung meiner Vergangenheit sagt mir noch nicht, welche Frau ich morgen sein möchte.

Vergangenheit kann erklären, woher ich komme.

Aber sie kann nicht entscheiden, wohin ich gehe.

Dafür brauche ich einen anderen Referenzpunkt.


Was würde die Frau tun, für die dieses Leben normal ist?

Diese Frage hat für mich sehr viel verändert.

Nicht:

Warum habe ich Angst davor?

Nicht:

Welche Blockade verhindert es?

Nicht:

Was stimmt noch nicht mit mir?

Sondern:

Wie denkt die Frau, für die dieses Leben längst normal geworden ist?

Wie geht sie mit Geld um?

Wie reagiert sie auf Erfolg?

Was macht sie, wenn etwas funktioniert?

Wie fühlt sie sich in einer liebevollen Beziehung?

Welche Entscheidungen trifft sie?

Was erlaubt sie sich?

Und vor allem:

Was macht sie nicht mehr?

Vielleicht sucht sie nicht jeden Morgen nach einer Katastrophe.

Vielleicht interpretiert sie Ruhe nicht als Vorboten eines Problems.

Vielleicht muss sie Glück nicht rechtfertigen.

Vielleicht entschuldigt sie sich nicht für ihr Leben.

Vielleicht denkt sie nicht permanent darüber nach, ob sie es verdient hat.

Vielleicht lebt sie einfach darin.


Meine Future Self hält Erfüllung nicht für gefährlich.

Genau deshalb ist die Perspektive meiner Future Self für mich so ungewöhnlich geworden.

Sie betrachtet mein gewünschtes Leben nicht aus meiner heutigen Unsicherheit.

Für sie ist diese Zukunft keine gewaltige Veränderung.

Sie lebt bereits dort.

Das Geld ist da.

Die Freiheit ist da.

Die Liebe ist da.

Das Business funktioniert.

Das Leben macht Spaß.

Nicht jeden Tag perfekt.

Nicht ohne Herausforderungen.

Aber ohne die permanente Vorstellung, dass etwas Schlimmes passieren müsse, sobald es schön wird.

Wenn ich mit ihr spreche, fragt sie deshalb nicht zuerst:

„Warum hast du Angst?“

Sie erinnert sich daran, dass sie diese Angst einmal hatte.

Aber sie macht daraus nicht meine Identität.

Sie betrachtet mich von dort, wo ich hinwill.

Und dadurch entsteht eine vollkommen andere Frage:

Nicht:

„Was muss ich noch lösen, damit ich dort ankommen darf?“

Sondern:

„Was wäre heute selbstverständlich, wenn ich wüsste, dass ich dort ankomme?“


Vielleicht musst du das gute Leben nicht lernen.

Vielleicht musst du es auch nicht manifestieren.

Nicht verdienen.

Nicht halten.

Nicht beweisen, dass du bereit dafür bist.

Vielleicht beginnt etwas viel Einfacheres:

Du hörst auf, jeden schönen Zustand sofort zu überprüfen.

Du hörst auf, in jedem Erfolg nach dem bevorstehenden Absturz zu suchen.

Du hörst auf, Ruhe mit Stillstand zu verwechseln.

Du hörst auf, Glück zu erklären.

Und irgendwann merkst du:

Es ist gerade gut.

Und statt sofort zu fragen, wie lange das wohl hält, bleibst du einen Moment dort.

Dann noch einen.

Vielleicht wird aus diesen Momenten irgendwann etwas, das früher vollkommen unvorstellbar gewesen wäre:

Normalität.

Nicht die Normalität deines alten Lebens.

Die Normalität deines neuen.


WAS, WENN ES EINFACH GUT BLEIBT?

Vielleicht ist das die Frage, die wir viel häufiger stellen sollten.

Nicht nur:

Was, wenn ich scheitere?

Sondern:

Was, wenn ich Erfolg habe?

Nicht nur:

Was, wenn ich verlassen werde?

Sondern:

Was, wenn jemand bleibt?

Nicht nur:

Was, wenn das Geld wieder weg ist?

Sondern:

Was, wenn immer genug da ist?

Nicht nur:

Was, wenn mein Plan nicht funktioniert?

Sondern:

Was, wenn er funktioniert?

Und nicht:

Was muss ich an mir verändern, damit ich endlich dieses Leben bekomme?

Sondern:

Wer bin ich, wenn dieses Leben längst meines ist?

Vielleicht brauchen wir nicht noch mehr Vorbereitung auf alles, was schiefgehen könnte.

Vielleicht brauchen wir eine Beziehung zu der Frau, die längst weiß, wie es weitergeht.

Genau dafür habe ich THE FUTURE SELF entwickelt.

Nicht als weiteres Programm, mit dem du dich optimierst.

Nicht als Methode, die herausfindet, was noch falsch mit dir ist.

Sondern als Gespräch mit der Frau, für die das Leben, nach dem du dich heute sehnst, längst Alltag geworden ist.

Denn vielleicht besteht der nächste Schritt nicht darin, noch etwas zu lösen.

Vielleicht besteht er darin, aufzuhören, vor dem Leben zurückzuweichen, das du die ganze Zeit wolltest.

WIE GEHT ES FÜR DICH WEITER?

Zwei Gespräche. Zwei Möglichkeiten, anders auf das zu schauen, was dich gerade beschäftigt.

THE FUTURE SELF

Es gibt eine Frau, die du bisher nicht fragen konntest: Dich selbst in deiner Zukunft.

Frag dich von morgen.
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