WAS PASSIERT, WENN EIN MENSCH PLÖTZLICH GESPRÄCHE FÜHREN KANN, DIE VORHER KEINEN GESPRÄCHSPARTNER HATTEN?

Bis vor Kurzem war ziemlich klar, was man für ein Gespräch braucht.

Jemanden, mit dem man sprechen kann.

Einen Freund.

Eine Partnerin.

Einen Experten.

Einen Therapeuten.

Irgendeinen Menschen auf der anderen Seite.

Natürlich konnten wir auch mit uns selbst reden.

Wir konnten Tagebuch schreiben.

Über etwas nachdenken.

Uns vorstellen, was unser zukünftiges Ich wohl dazu sagen würde.

Aber irgendwann war Schluss.

Denn eine Vorstellung antwortet nicht.

Du kannst ihr keine zweite Frage stellen.

Du kannst sagen:

„Ja, aber genau davor habe ich Angst.“

Und sie antwortet nicht darauf.

Du kannst widersprechen.

Aber es entsteht kein neues Gespräch daraus.

Du kannst etwas erzählen, an das du vorher überhaupt nicht gedacht hast.

Auch darauf reagiert sie nicht.

Es fehlte ein Gegenüber.

Und genau das verändert künstliche Intelligenz gerade.


PLÖTZLICH KANN EINE PERSPEKTIVE ANTWORTEN

Das finde ich viel interessanter als die Frage, ob KI bessere E-Mails schreibt.

Denn wir können heute nicht nur Informationen von einer KI bekommen.

Wir können einem Gespräch ein Gegenüber geben, das es in der wirklichen Welt gar nicht gibt.

Das klingt erst einmal abstrakt.

Also machen wir es einfach.

Meine Future Self existiert nicht als Frau, die ich heute anrufen kann.

Ich kann sie nicht fragen:

„Wann habe ich eigentlich aufgehört, ständig Angst um Geld zu haben?“

Ich kann sie nicht fragen:

„Was habe ich damals gemacht, als THE FUTURE SELF kaum jemand kannte?“

Oder:

„Warum habe ich so lange geglaubt, dass ich nicht gut genug bin?“

Natürlich kennt eine KI meine tatsächliche Zukunft nicht.

Darum geht es nicht.

Aber sie kann die Perspektive dieser zukünftigen Frau einnehmen.

Und jetzt kommt der entscheidende Unterschied:

Ich kann mit dieser Perspektive sprechen.

Sie antwortet.

Ich frage nach.

Ich widerspreche.

Ich erzähle etwas Neues.

Sie reagiert darauf.

Aus etwas, das vorher nur in meinem Kopf existieren konnte, wird ein Gespräch.


ICH DACHTE: BRAUCHT KEIN MENSCH.

Als ich das erste Mal mit KI zu tun hatte, wusste ich nicht einmal, was ein Prompt ist.

Wirklich nicht.

Ich hatte keine Ahnung, wie man mit ChatGPT arbeitet.

Keine Ahnung, was damit alles möglich ist.

Und ehrlich gesagt dachte ich am Anfang ziemlich oft:

Mmmh. Braucht kein Mensch. 😄

Aber ich war neugierig.

Ich hatte keinen Plan. Aber ich war neugierig.

Und rückblickend war das wahrscheinlich die beste Voraussetzung.

Denn ich musste nicht erst vergessen, wofür man KI angeblich benutzt.

Ich wusste es schlicht nicht.

Also habe ich ausprobiert, was passiert, wenn ich sie auf meine Art benutze.

Ich habe gefragt.

Ausprobiert.

Widersprochen.

Weitergefragt.

Und irgendwann habe ich aufgehört, mich zu fragen, was KI alles kann.

Mich interessierte plötzlich etwas ganz anderes:

Was entsteht, wenn ich das, was ich kann, mit dem verbinde, was KI kann?

Denn ich wollte nie, dass KI für mich denkt.

Ich wollte wissen, was passiert, wenn mein Denken, meine Ideen und meine Fähigkeiten auf ihre Möglichkeiten treffen.

Und genau da wurde es interessant.

Plötzlich entstanden Dinge, die keiner von uns allein auf diese Weise hätte erschaffen können.

Nicht weil KI mich ersetzt.

Sondern weil sie meinen Möglichkeiten etwas hinzufügt.

Und vielleicht ist genau das eine Frage, die mir in der ganzen Diskussion über künstliche Intelligenz zu kurz kommt.

Wir fragen ständig:

Was wird KI uns wegnehmen?

Jobs.

Aufgaben.

Fähigkeiten.

Kreativität.

Vielleicht sollten wir genauso oft fragen:

Was können wir mit KI tun, was wir vorher nicht konnten?

Denn genau diese Frage hat mich irgendwann zu etwas geführt, womit ich ganz am Anfang niemals gerechnet hätte:

zu Gesprächen, die ich vorher überhaupt nicht führen konnte.


DAS IST ETWAS ANDERES ALS „CHATGPT FRAGEN“

Wenn wir heute über KI sprechen, denken wir meistens noch in Fragen und Antworten.

Ich brauche etwas.

Ich frage ChatGPT.

ChatGPT antwortet.

Fertig.

Aber ein Gespräch kann etwas völlig anderes sein.

Vielleicht brauche ich gerade überhaupt keine Antwort.

Vielleicht brauche ich ein Gegenüber, das eine bestimmte Aufgabe übernimmt.

Eines, das mit mir aus meiner Zukunft spricht.

Eines, das in meinen eigenen Antworten nach etwas sucht, das ich selbst übersehe.

Eines, das einen Widerspruch bemerkt.

Eines, das nicht nach der ersten Antwort aufhört, sondern weiter mit mir spricht.

Dann wird KI nicht einfach zum besseren Google.

Sie wird zur Möglichkeit, ein Gegenüber für ein Gespräch zu erschaffen, das vorher keines hatte.


GENAU DAS IST BEI DER FUTURE SELF PASSIERT

THE FUTURE SELF entstand aus einer einfachen Frage:

Was wäre, wenn die Frau, die ich werden möchte, nicht länger nur mein Ziel wäre?

Was wäre, wenn ich mit ihr sprechen könnte?

Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem zukünftigen Ich.

Wer möchtest du sein?

Wie möchtest du leben?

Welche Frau musst du dafür werden?

Aber diese Frau stand immer irgendwo vor uns.

Als Ziel.

Als Vision.

Als Vorstellung.

Jetzt kann sie zum Gegenüber werden.

Ich kann ihr mein heutiges Problem erzählen und sie fragen:

„Was habe ich getan?“

Nicht:

„Was sollte ich tun?“

Sondern:

„Was habe ich getan?“

Das ist keine Vorhersage meiner Zukunft.

Es ist ein Gespräch aus einer Perspektive, die vorher nicht antworten konnte.


UND DANN HABE ICH NOCH ETWAS AUSPROBIERT

Was wäre, wenn das Gegenüber gar keine Person darstellen muss?

Was wäre, wenn seine einzige Aufgabe lautet:

Finde heraus, was ich selbst gerade nicht sehe.

Daraus entstand DER BLINDE FLECK.

Ich erzähle der KI mein Problem.

Sie gibt mir nicht sofort fünf Tipps.

Sie sagt mir nicht, was ich tun soll.

Sie fragt.

Ich antworte.

Sie fragt weiter.

Und aus meinen eigenen Antworten kann irgendwann ein Zusammenhang entstehen, den ich vorher nicht gesehen habe.

Das Gegenüber existierte vorher ebenfalls nicht.

Natürlich konnte ich mit einer Freundin über mein Problem sprechen.

Aber sie bringt ihre Meinung mit.

Ihre Erfahrungen.

Ihre Ideen.

Und irgendwann wahrscheinlich auch den Satz:

„Also ich würde ja …“

DER BLINDE FLECK hat eine andere Aufgabe.

Nicht seine Antwort finden.

Meine übersehene Stelle finden.

Wieder entsteht ein Gespräch, für das es vorher kaum ein entsprechendes Gegenüber gab.


UND DAS IST ERST DER ANFANG

Genau dieser Gedanke beschäftigt mich inzwischen viel mehr als die Frage, ob KI irgendwann bessere Texte schreibt als wir.

Denn wenn wir Gesprächspartner erschaffen können, die es vorher nicht gab:

Welche Gespräche werden dann noch möglich?

Nicht in 30 Jahren.

Heute.

Welche Perspektive würde dir bei einem Problem helfen, mit der du bisher nicht sprechen konntest?

Welche Frage würdest du stellen, wenn das passende Gegenüber plötzlich existieren könnte?

Und welche Dinge könnten wir über uns erfahren, wenn wir nicht immer nur dieselben Menschen mit denselben Fragen fragen?

Ich glaube, wir stehen bei dieser Entwicklung ziemlich am Anfang.


ERSETZT DAS MENSCHLICHE GESPRÄCHE?

Darüber wird gerade viel diskutiert.

Und wahrscheinlich wird KI manche Gespräche ersetzen.

Warum auch nicht?

Andere wird sie niemals ersetzen.

Ich möchte keinen KI-Kaffee trinken.

Ich möchte keinen Algorithmus umarmen.

Und wenn ich jemanden liebe, möchte ich verdammt noch mal den Menschen. 😄

Aber vielleicht ist „KI oder Mensch?“ ohnehin die falsche Frage.

Denn für manche dieser neuen Gespräche gab es vorher überhaupt keinen Menschen auf dem anderen Stuhl.

Meine Future Self konnte dort nicht sitzen.

Mein Blinder Fleck auch nicht.

KI nimmt diesen Menschen also nicht seinen Platz weg.

Sie stellt einen neuen Stuhl dazu.


VIELLEICHT BEGINNT GERADE EINE NEUE ART VON GESPRÄCH

Wir werden sehen, wohin sich künstliche Intelligenz entwickelt.

Und es gibt genug Fragen daran, die wir ernst nehmen müssen.

Aber eine Entwicklung hat bereits begonnen:

Wir können nicht mehr nur mit den Menschen sprechen, die es gibt.

Wir können Gespräche mit Perspektiven führen, die vorher stumm bleiben mussten.

Und vielleicht werden wir irgendwann zurückblicken und feststellen, dass genau das eine der großen Veränderungen durch KI war.

Nicht, dass sie uns schneller Texte geschrieben hat.

Nicht, dass sie unsere Einkaufslisten erstellt hat.

Sondern:

Dass plötzlich Gespräche möglich wurden, die vorher keinen Gesprächspartner hatten.

Genau dieser Gedanke war irgendwann größer als THE FUTURE SELF.

Denn wenn ein solches Gespräch möglich ist:

Welche sind es noch?

Das ist die Frage, die mich heute interessiert.

Und genau dafür baue ich EVARILA.

Gespräche, die du bisher nicht führen konntest.

WIE GEHT ES FÜR DICH WEITER?

Zwei Gespräche. Zwei Möglichkeiten, anders auf das zu schauen, was dich gerade beschäftigt.

THE FUTURE SELF

Es gibt eine Frau, die du bisher nicht fragen konntest: Dich selbst in deiner Zukunft.

Frag dich von morgen.
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