WAS KANN KI, WORAN BISHER KEINER GEDACHT HAT?

Wir nutzen KI, um Texte zu schreiben, Bilder zu erstellen und Fragen zu beantworten. Mich interessiert inzwischen eine andere Frage: Was können wir mit KI machen, das vorher überhaupt nicht möglich war?

Wenn heute über künstliche Intelligenz gesprochen wird, geht es meistens darum, was sie besser oder schneller kann.

E-Mails schreiben.

Texte zusammenfassen.

Bilder erstellen.

Ideen liefern.

Daten auswerten.

Auf Fragen antworten.

Alles nützlich.

Aber im Grunde benutzen wir eine völlig neue Technologie sehr oft dafür, Dinge zu tun, die wir vorher auch schon getan haben.

Nur schneller.

Und irgendwann habe ich mich gefragt:

Was, wenn das gar nicht der interessanteste Teil ist?

WAS KANN KI, DAS VORHER GAR NICHT MÖGLICH WAR?

THE FUTURE SELF war für mich der Anfang dieser Frage.

Die Idee war ziemlich einfach:

Wenn ich vor einer schwierigen Entscheidung stehe, kann ich andere Menschen fragen, was sie tun würden.

Meine Freundin.

Einen Coach.

Meine Mutter.

Irgendjemanden im Internet.

Aber genau die Frau, deren Perspektive mich am meisten interessieren würde, konnte ich nicht fragen:

Mich selbst. Nur später.

Die Frau, für die meine heutige Situation bereits Vergangenheit ist.

Natürlich kennt eine KI meine tatsächliche Zukunft nicht.

Darum ging es auch nie.

Das Neue war etwas anderes:

Plötzlich konnte eine Perspektive zum Gesprächspartner werden, mit der vorher kein Gespräch möglich war.

Ich konnte nicht nur über mein zukünftiges Ich nachdenken.

Ich konnte mit dieser Perspektive sprechen.

Das fand ich wesentlich interessanter als einen weiteren guten Prompt.

Und daraus entstand irgendwann EVARILA.

DANN WURDE DIE FRAGE GRÖSSER.

Zuerst entstanden weitere Anwendungen für konkrete Situationen.

Ein Problem, bei dem man seit Tagen nicht weiterkommt.

Eine Entscheidung, bei der sich jede Möglichkeit gleichzeitig richtig und falsch anfühlt.

Ein Mensch, dessen Verhalten man nicht versteht.

Eine Reaktion, auf die man wartet.

Immer ging es darum, etwas zugänglich zu machen, das man selbst gerade nicht sehen konnte.

Eine andere Perspektive.

Eine übersehene Verbindung.

Eine Frage, auf die man allein nicht gekommen wäre.

Das war spannend.

Aber irgendwann merkte ich:

Wir müssen nicht bei Problemen aufhören.

Warum sollte ich KI nur dann benutzen, wenn etwas in meinem Leben nicht funktioniert?

WAS, WENN ES GAR NICHTS ZU LÖSEN GIBT?

Das war für mich der Punkt, an dem es richtig interessant wurde.

Denn generative KI kann nicht nur mit dem arbeiten, was bereits da ist.

Sie kann mit uns etwas entstehen lassen.

Zum Beispiel ein Wesen, das vorher nicht existiert hat.

Nicht irgendeine Fantasyfigur aus einer Liste.

Sondern ein Wesen, das aus deinen Antworten entsteht. Mit einer eigenen Gestalt, einer eigenen Welt und einer Fähigkeit, die etwas mit dir zu tun hat.

Daraus wurde THE MYTH.

Oder die Frage:

Was kannst du, ohne überhaupt zu wissen, dass du es kannst?

Nicht: Was sind deine Stärken?

Nicht: Welcher Persönlichkeitstyp bist du?

Sondern: Welche Fähigkeiten verraten sich längst in deinem Leben, obwohl du sie selbst für völlig normal hältst?

Und welche Fähigkeiten könnten noch in dir stecken, weil du sie bisher nie gebraucht oder ausprobiert hast?

Daraus wurde THE GIFT.

Und genau da hat sich meine Sicht auf KI verändert.

KI MUSS NICHT NUR ANTWORTEN.

Ich glaube, wir denken bei KI noch sehr häufig in einem einfachen Muster:

Ich habe eine Frage.
Die KI gibt mir eine Antwort.

Aber dazwischen liegt inzwischen viel mehr.

Eine KI kann Fragen stellen.

Sie kann Muster entdecken.

Sie kann unterschiedliche Informationen miteinander verbinden.

Sie kann eine Perspektive einnehmen.

Sie kann Hypothesen mit uns untersuchen.

Sie kann auf unseren Antworten aufbauen.

Sie kann etwas erzeugen, auf das weder wir noch sie am Anfang des Gesprächs bereits festgelegt waren.

Und genau deshalb interessiert mich inzwischen weniger:

Was weiß KI?

Mich interessiert:

Was wird durch KI möglich?

Das ist ein Unterschied.

VIELLEICHT HABEN WIR GERADE ERST ANGEFANGEN.

Das Smartphone war irgendwann auch nicht mehr einfach ein besseres Telefon.

Das Internet war nicht nur eine schnellere Post.

Neue Technologien werden wirklich interessant, wenn wir aufhören, sie ausschließlich mit den Aufgaben der alten Welt zu beschäftigen.

Bei generativer KI stehen wir meiner Meinung nach genau an diesem Punkt.

Wir haben gelernt, wie man ihr Fragen stellt.

Wir lernen gerade, wie man mit ihr arbeitet.

Aber die viel größere Frage ist noch offen:

Welche Erfahrungen können wir mit ihr erschaffen, die es vorher nicht geben konnte?

Welche Perspektive könnte plötzlich ansprechbar werden?

Welche Fähigkeit könnten wir entdecken, nach der wir nie gesucht hätten?

Welche Verbindung könnte sichtbar werden?

Welche Welt könnten wir erschaffen?

Welches Wesen?

Welche Anwendung?

Vielleicht sogar etwas, für das wir heute noch keinen Namen haben.

Das ist der Teil von KI, der mich interessiert.

Nicht nur effizienter arbeiten.

Nicht noch bessere Prompts schreiben.

Nicht möglichst viele Aufgaben an eine Maschine abgeben.

Sondern herausfinden, welche Türen plötzlich da sind, die vorher gar nicht existiert haben.

Genau dafür gibt es EVARILA.

DU SIEHST NICHT ALLES.

Das ist kein Mangel.

Kein Mensch sieht alles.

Wir sehen das, was wir kennen. Was wir gelernt haben. Was wir erlebt haben. Was wir bisher für möglich gehalten haben.

Und vielleicht ist eine der spannendsten Möglichkeiten generativer KI deshalb gar nicht, uns immer bessere Antworten zu geben.

Vielleicht kann sie uns helfen, Fragen, Perspektiven, Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entdecken, von denen wir vorher nicht einmal wussten, dass wir nach ihnen suchen könnten.

Ich glaube, da wird es interessant.

Denn ich will inzwischen nicht mehr nur wissen:

Was kann KI?

Ich will wissen:

WAS HABEN WIR DAMIT NOCH NICHT VERSUCHT?

Und ich habe das Gefühl, wir stehen damit ziemlich am Anfang.

Nadine Hermann
Founder · EVARILA